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Offener Brief an die Nordsaarjugend

Eine Trafostation ist komplett schwarz besprüht mit der Aufschrift in blau "FCS" und "Nordsaarjugend"

Foto: Touristik & Freizeit Sankt Wendeler Land

Hey, liebe Grüße vom Bostalsee. 

Gib uns ein paar Minuten Deiner Zeit und lies unsere Botschaft

Du liebst und brennst für deinen Club, deine Crew, dein Team — das ist cool. 

Leidenschaft gehört dazu. Aber gerade, weil Du so fühlst und denkst, lohnt es sich für Dich, kurz innezuhalten und zu checken, wie Du diese Liebe und Leidenschaft ausdrückst, damit die anderen Dich verstehen und Du sie ein Stück weit begeisterst.

Fan-Graffiti wie Tags oder Pieces und Fan-Aufkleber überall rund um den Bostalsee auf Wänden, Stromkästen und Schildern mögen spontan und laut wirken. Aber sie sind oft genau das: laut, rücksichtslos, gefährlich und angewidertes Kopfschütteln auslösend.

Dieser Aufruf ist für alle, die echt supporten wollen — ohne uns, andere Menschen oder die eigene Sache zu schädigen oder sogar zu gefährden.

Erstens: Schilder sind keine Leinwand. 
Wenn Du ein Stoppschild, ein Tempolimit, ein Fußgängerüberweg oder ein Hinweisschild mit Stickern oder Farbe verunstaltest, spielst Du mit Leben. Verdeckte oder schlecht lesbare Schilder können zu Unfällen führen. Ein winziger Sticker am falschen Ort kann dafür sorgen, dass jemand eine wichtige Info übersieht. Du willst doch nicht, dass dein Support jemandem wehtut, oder?

Also: Finger weg von Verkehrszeichen. Punkt.

Zweitens: Der öffentliche Raum gehört uns allen. 
Straßenlaternen, Wände, Stromkästen, Installationen — das ist kein privates Album für deine Fan-Sammlung. Klar, manche Flächen schreien förmlich nach Farbe und Persönlichkeit. Aber wenn wir alle einfach drauf los kleben und sprühen, wird’s ein chaotisches Durcheinander, das niemandem mehr Freude macht. Graffiti und Sticker verschmutzen nicht nur, sie kosten die Allgemeinheit Geld — Steuergelder, die anderswo fehlen. Gelder für Parks, Schulen, soziale Projekte und unser aller Sicherheit fehlen, weil das Reinigen Geld und Zeit kostet. Das ist unfair gegenüber den Leuten, die nichts mit Deinem Verein zu tun haben und trotzdem dafür zahlen.

Drittens: Das, was Du da machst, hat Auswirkungen.
Stell dir vor, Deine Crew hat den besten Fanblock, die lautesten Chants und dann ruinieren ein paar Sticker an jeder Ecke oder verschmierte Stromkästen und Wände dieses positive Bild, das die anderen von Euch und auch Eurem Verein haben. Professionelle Fanszenen leben von RESPEKT— gegenüber dem Verein, den Gegnern und den Menschen allgemein. 

Wenn Du Eindruck schinden willst, dann durch kreative, legale Aktionen, nicht durch Wildwuchs. Respekt bringt mehr Anerkennung als ein abgeplatzter Aufkleber oder eine beschmierte Wand.

Was Ihr stattdessen tun könnt — konkrete, coole Alternativen:

  • sucht oder organisiert legale Wände oder Sticker-Tauschbörsen: Viele Städte haben Flächen, die für Street Art freigegeben sind. Macht daraus Events, zieht Leute an, zeigt Kunst statt Vandalismus. Sprecht mit uns.
  • macht Banner, Fahnen, Choreos, Flashmobs: Das bringt Stimmung ins Stadion und ist ein Statement, das nicht die Stadt, den Ort verschandelt und die Menschen verärgert.
  • arbeitet mit dem Verein zusammen: Viele Clubs sind offen für Fanprojekte — Fanaktionen, gemeinsames Designen von legalen Fanartikeln oder offiziellen Sticker-Aktionen mit Genehmigung.
  • digitaler Support: Social Media, Fanvideos, Podcasts. Kreativität online schlägt zufälligen Klebekrams an der Laterne.
  • organisiert Cleanup-Aktionen. Nichts wirkt cooler als Fans, die nach einem Spiel die Ecken aufräumen. Zeigt Verantwortung — das bringt Respekt und Aufmerksamkeit.

Und ein Reality-Check: Das ist kein „kleiner Spaß“. Sachbeschädigung und Verkehrsgefährdung hat Konsequenzen. Anzeigen, Bußgelder, schlechtes Führungszeugnis — alles Mögliche. Wenn Du erwischst wirst, ist das nicht nur peinlich, es kann echte Folgen für Jobs, Reisen und Deinen Ruf haben. Wenn Du denkst, „das trifft nur die anderen“, tust Du dir einen Bärendienst. Jeder Fall zieht den Ruf der gesamten Fanszene runter.

Solidarität ist kein Synonym für Rücksichtslosigkeit. Wahre Fanpower zeigt sich, wenn Ihr nicht nur laut, sondern auch SMART seid. 

Setzt Tags und hinterlasst Pieces, die nachhaltig wirken. 

Werdet sichtbar, ohne zu zerstören. 

Seid kreativ, ohne zu verletzen. 

Respektiert Räume, Menschen und Regeln
nicht aus Angst, sondern aus Stolz.

v

Weil Ihr allen zeigen wollt, dass
Eure Liebe zu und Leidenschaft für Euren Verein größer ist
als beschmierte Wände und verunstaltende Sticker.

Also, was sagst Du? Willst Du Teil einer Szene sein, die Kultur schafft und nicht kaputt macht? Dann fang heute an: Rede mit Deinen Leuten, plant was Cooles, organisiert Euch. Macht Feiern, keine Verwüstungen. Wenn Du jemanden siehst, der aus Frust oder Langeweile Wände, Straßenlaternen, Mülleimer beklebt, sprich ihn an — freundlich, nicht aggressiv. Oft reicht ein kurzes:

„Ey, lass das bitte, das bringt uns nicht weiter.“ Wenn nötig, meldet es den richtigen Stellen oder, und das ist viel besser, organisiert gemeinsam Alternativen.

Kurz zusammengefasst:

Deine Leidenschaft ist stark — nutze sie weise. 

Trage Deine Botschaften mit Stil und Verantwortung raus in die Welt. 

Deine Stadt, Dein Team und die Leute darin haben’s verdient und danken Dir dafür.

Mach mit. Nicht kleben. Nicht schmieren. 

Supporten mit Vernunft und Herz.

Sprecht uns an - Wir am Bostalsee haben ein großes Herz für Kunst. Erarbeitet mit uns eine Lösung, mit der Ihr und auch wir ganz groß rauskommen können.

Euer Bostalsee-Team
25.02.2026

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